Plan zur Einrichtung von Berufsbildungszentren in Darfur
Angedacht ist ein Joint Venture zwischen der sudanesischen CDA (Community Development Association) und dem deutschen gemeinnützigen Verein „Handwerker für Darfur“ e. V. (HfD).
1. Konzept
Es herrscht großer Mangel an ausgebildeten Arbeitskräften in West-Darfur. Viele junge Menschen leben ohne Aussicht auf einen Job auf der Straße. Sie können ihren Lebensunterhalt nicht finanzieren, ihre Familien nicht unterstützen — ein Hauptproblem in den Ländern, in denen es keine Hilfe durch den Staat und keine Rentenvorsorge gibt — und haben keine Perspektive für die Zukunft.
Aufgrund dieser Umstände ist die Gefahr groß, ins kriminelle Milieu abzurutschen und zu asozialen Außenseitern zu werden.
Vor diesem Hintergrund haben die sudanesische CDA und der deutsche HfD beschlossen, den Aufbau und Ausbau eines Berufsbildungszentrums voranzutreiben, und suchen dafür kompetente Partner und Mitarbeiter bei Firmen, Schulen und Privatpersonen.
2. Die Zielgruppe
Im Berufsbildungszentrum sollen junge Frauen und Männer, die ohne Ausbildung und Arbeit auf den Straßen West-Darfurs leben, eine Chance erhalten, einen Beruf zu erlernen und so ihr Leben aktiv in die Hand zu nehmen und zu gestalten.
Mit einer effizienten Berufsausbildung sollte es möglich sein, in verschiedenen Berufen Fuß zu fassen und den Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu finanzieren, damit sie sich auch eine Unterkunft leisten und ihre Familien beim Überleben unterstützen können.
Weitere geplante Vorteile des Berufsbildungszentrums
Die zukünftigen Lehrlinge sollen während der Ausbildung weiterhin möglichst eng mit ihren bisherigen Wohnorten verbunden bleiben, um vor Ort rechtzeitig berufliche und soziale Kontakte aufzubauen und ein Abwandern in die großen Städte zu vermeiden.
Während der Ausbildung wird angestrebt, die Lehrlinge möglichst ins Berufsbildungszentrum zu integrieren, damit sie nicht auf der Straße bleiben müssen. Dadurch soll ein Abgleiten in Kriminalität, Prostitution, Gewalt und Drogenmissbrauch vermindert werden.
3. Angestrebte Berufe
Das Berufsbildungszentrum will praktischen und theoretischen Unterricht in verschiedenen Berufsbildern anbieten. Vorerst ist als wichtigstes Ziel an folgende Ausbildungsprofile für Mädchen und Jungen gedacht:
- Elektriker/innen
- Fliesenleger/innen
- Maurer/innen
- Maler/innen und Anstreicher/innen
- Automechaniker/innen, bei Bedarf auch Mechatroniker/innen
- Schreiner/innen für Hausbau und Möbel
- Schlosser/innen und Metallfacharbeiter/innen
- Landwirtschaftliche und hauswirtschaftliche Kräfte
Wir wollen das Ausbildungsprogramm den Notwendigkeiten des lokalen Bedarfs anpassen. Deshalb und wegen der Effizienz und Dauer soll sich die geplante Berufsausbildung von den üblichen, international geförderten Maßnahmen zur Entwaffnung, Abrüstung und Wiedereingliederung unterscheiden.
4. Curriculum
Der Lehrplan des Berufsbildungszentrums besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Basis soll nach den Vorstellungen der CDA das duale System der Berufsausbildung in Deutschland werden, bei dem die auszubildenden Handwerker eine Lehrzeit von 18 bis 24 Monaten durchlaufen sollen.
Während dieser Zeit sollen die Lehrlinge neben der handwerklichen Ausbildung auch Grundlagen von Buchhaltung, kaufmännischem und fachspezifischem Rechnen, Sozialkunde und Sprache lernen. Die praktische Ausbildung soll auch in örtlichen Handwerksbetrieben stattfinden. Schuleigene Lehrwerkstätten müssen erst noch aufgebaut werden.
Theoretisches und praktisches Wissen soll in Zusammenarbeit von „Handwerker für Darfur“ e. V. und der CDA erarbeitet und vorbereitet werden.
Ausbildungsdauer: Nach den ersten Anläufen ein halbes bis ein Jahr, um möglichst schnell dem Mangel an ausgebildeten Kräften zu begegnen. Später ist eine Dauer von maximal zwei Jahren geplant.
Zurzeit können wir nur vierwöchige Workshops anbieten.
5. Kosten
Folgende finanzielle Unterstützung wird benötigt:
- für Strom- und Wasserversorgung
- für Baumaterial
- für technisches Material und Maschinen
- für die Einrichtung von Büros und Werkstätten
- für Unterrichtsmaterial und Lehrpläne
- für die Entlohnung von Angestellten
Um die Finanzierung kümmert sich die CDA. Von uns werden neben Spenden und Material vor allem theoretische Hilfe und Know-how für das Curriculum erwartet.
6. Personalplanung
Das Berufsbildungszentrum will einheimische Berufsschullehrer für die verschiedenen Berufe anstellen. Die Bezahlung erfolgt nach ortsüblichen Bedingungen.
7. Wer sind wir
Wir sind zwei sich unterstützende Organisationen für den Aufbau eines Berufsbildungszentrums, nämlich die sudanesische NGO Community Development Association (CDA) und der deutsche Verein „Handwerker für Darfur“ e. V. (HfD).
Der HfD ist als gemeinnützig anerkannt und bestand zum Zeitpunkt dieses Berichts aus 22 Mitgliedern.
Handwerker für Darfur e. V.
1. VorsitzenderAhmed Bakhit
Böcksteiner Straße 41a
81241 München
Um das geplante Projekt einer Lehrwerkstatt voranzutreiben, arbeiten die beiden Organisationen eng zusammen.
Der nächste Workshop findet Ende 2021, Anfang 2022 in Khartum statt! Geplant ist ein Workshop zur Ausbildung von Kfz-Mechatronikern.
Diese Ankündigung stammt vom bisherigen Auftritt (Stand 2021) und ist unverändert übernommen. Bitte im Backend aktualisieren, sobald neue Termine feststehen.